Wiederaufbau Neues Museum Berlin

Niobidensaal

Der Niobidensaal war durch direkte Kriegseinwirkungen nur wenig beschädigt und zählte neben dem Vaterländischen Saal, dem Flachkuppel- und dem Roten Saal zu den am vollständigsten erhaltenen Räumen des Neuen Museums. Dennoch waren die Schäden durch die jahrzehntelange Ruinenzeit nach dem Krieg und die natürliche Alterung der Materialien mit einer Vielzahl an Werk- und Fassungstechniken gravierend.
Der Wiederaufbau und die Restaurierung der erhaltenen Ruine des Neuen Museums auf der Museumsinsel in Berlin zählt zu den bedeutendsten Vorhaben seiner Art in Europa. Das Gebäudeensemble der Museumsinsel gilt als „Akropolis des Nordens“.

Neben den gegossenen sowie gezogenen Stuckelementen der Raumausstattung finden sich gestaltende Wandputze, wie Marmorino, Gipsglättputz, Marble-Cement an den Portalen, dem Fußboden und den Brüstungsgesimsen, Vergoldungen an den Deckenbindern mit ihren Figurengruppen aus Zinkguss, den Deckenbalkenverkleidungen, den Wandbildrahmungen aus Holz, den Stuckpilastern, dem Deckengesims und den Schriftfeldern der Stirnseiten.

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Die 21 großformatigen Wandgemälde der Oberwand wurden in der damals sehr modernen und erst wenige Jahre vorher erfundenen Wasserglasmaltechnik (Stereochromie) gemalt. Die einfarbigen Farbanstriche am Paneel und an der Mittelwand wurden durch gemalte Bänderungen und am Paneel zusätzlich durch gemalte Ornamente gegliedert. Das Granit imitierende bläulich-grüne Fensterbrüstungsgesims aus Marble-Cement wird farblich auf den Fensterbrüstungsfeldern mit ihrer hellblauen Fassung wieder aufgenommen. Die Mittelwand besteht aus einem braun-roten bzw. pompejianisch-roten Öl-Wachs-Harzanstrich, der auf einem Marmorinoputz ausgeführt wurde.

Ziel der Arbeiten im Niobidensaal war in erster Linie die Konservierung des überlieferten Bestandes der Originalsubstanz. Mit den vorzunehmenden Ergänzungen der Putze und Fassungen sollte lediglich ein harmonisches, geschlossenes und optisch vereinheitlichtes Erscheinungsbild der durch ihre unterschiedlichen Erhaltungszustände kontrastierenden Flächen erreicht werden. Alterungsspuren sollten nicht negiert werden.

Veröffentlichungen:
Jörg Breitenfeldt, Alexandra Skedzuhn, Niobidensaal. in: Staatliche Museen zu Berlin [Hrsg.], et al.: Das Neue Museum Berlin – Konservieren, Restaurieren, Weiterbauen im Welterbe. Leipzig: Seemann, 2009

Uwe de Maizière, Alexandra Skedzuhn, Wandbilder im Römischen Saal und im Niobidensaal. in: Staatliche Museen zu Berlin [Hrsg.], et al.: Das Neue Museum Berlin – Konservieren, Restaurieren, Weiterbauen im Welterbe. Leipzig: Seemann, 2009

Jörg Breitenfeldt, Alexandra Skedzuhn, Conservation and restoration of wall surfaces in the Niobidensaal (Conservación y restauratión de las superficies del muro en la Niobidensaal) in: Restauratción & Rehabilitación – Revista  Internacional del Partimonio Histórico Septiembre ‐ Diciembre 2010. Valencia 2010

Auftraggeber:

Stiftung Preußischer Kulturbesitz

Ausführungszeitraum:

2006 – 2009