Sphinx der Pharaonin Hatschepsut, Ägyptisches Museum Berlin

Sphinx der Pharaonin Hatschepsut

Die aus Rosengranit gefertigte Sphinx der Pharaonin Hatschepsut (Inv.Nr.2299) befindet sich im Besitz des Ägyptischen Museums Berlin. Die Sphinx stammt vom Prozessionsweg des Totentempel der Hatschepsut in Deir el-Bahari und datiert ins Neue Reich, 18. Dynastie um 1475 v.Chr. Der Kopf wurde 1844 von der preußischen Expedition in unmittelbarer Nähe zum Aufweg des Totentempel im Schutt gefunden. Der amerikanische Ägyptologen Winlock konnte ca. 80 Jahre später bei seinen Ausgrabungen 1922-26 Fragmente des Körpers der Sphinx bergen. Eine fotografische Rekonstruktion ergab die Zusammengehörigkeit des Sphinxkörpers, der nach New York gebracht wurde, mit dem Sphinxkopf, der sich im Berliner Museum befand. In einer Tauschaktion trafen die Bruchstücke des Sphinxkörpers im Frühjahr 1930 in mehrere Kisten verpackt im Berliner Museum ein. Dort wurden sie zusammengesetzt und Fehlendes ergänzt. Bombentreffer im 2. Weltkrieg beschädigten die sich in den Räumen des Neuen Museums befindende Sphinx erheblich. Sie wurde in der Nachkriegszeit von einem Maurer wieder zusammengefügt und letztmalig von 1990 bis 1992 restauriert.
sphinxgesamtezDie Sphinx ist in typischer Haltung mit gerade liegendem Löwenkörper und nach vorne ausgestreckten Vorderläufen dargestellt. Die Anordnung der Gliedmaßen ist symmetrisch. Der Kopf mit dem Portrait der Hatschepsut wirkt gegenüber dem mächtigen Rumpf etwas zu klein. Der Schwanz ist am rechten Hinterlauf vorbei, nach oben über den Rücken zurückgeführt. Die Sphinx ist auf einer Basisplatte positioniert und mit dieser aus einem Rosengranitmonolithen gefertigt. Hatschepsut trägt einen Nemes (= Königskopftuch) mit Uräus und Königsbart. Die Uräusschlange ist ebenso wie die Nase zerstört und nur noch als Bruchstelle sichtbar. Auf der Brust ist in Hieroglyphen ihr Name eingemeißelt. Eine Inschrift mit dem Titel „Der König von Ober- und Unterägypten Makarê, geliebt von Amun-Re, dem Ersten von Deir el-Bahari, der ewiglich lebe!“ befindet sich auf der Brust der Sphinx. Im Bereich von Kopf und Brust zeigen sich Reste der Fassung in gelben und blauen Farbtönen. In anderen Bereichen konnte entgegen der Literaturhinweise (Scharff 1931, 32 ) keine Fassung mehr gefunden werden.

Im Rahmen des Umzuges des Ägyptischen Museums Charlottenburg zurück auf die Museumsinsel wird die Sphinx in Zukunft im neu zu errichtenden 4. Flügel des Pergamonmuseums gezeigt.
Bis zum Einzug in diesen Museumsbereich (2020) können die Objekte, die dort gezeigt werden sollen, nur bedingt der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Für die Hatschepsut Sphinx wurde als Zwischenstandort das KulturKaufhaus Dussmann in Berlin gewählt. Für die neue Präsentation sollte eine Zustandskontrolle und eine restauratorische Überarbeitung der z.T. schadhaften und in ihrem ästhetischen Bild nicht mehr zufriedenstellenden Ergänzungen erfolgen. Das Restaurierungsziel beinhaltet die Überarbeitung aller Ergänzungen, um den Gesamteindruck der Sphinx zu beruhigen und die Divergenz zwischen Rosengranit und den sehr glatten und farblich monochromen Ergänzungen zu beheben.

Auftraggeber

Ägyptisches Museum und Papyrussammlung, Staatliche Museen Berlin

Ausführung

Restaurierung am Oberbaum (RAO) 2007